{Spezial} Ben der Schneemann … können wir nicht teilen? von Guido van Genechten

Nachdem die letzten beiden Wochen kleine Buchtipps im Spezial enthalten haben, soll es heute am letzten Donnerstag vor Weihnachten noch einen last-Minute-Tipp geben. Vielleicht ist das putzige Bilderbuch „Ben der Schneemann … können wir nicht teilen“ genau das, was eurer Geschenkeliste noch fehlt!

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ben2teilenDer kleine Schneemann Ben lebt mit vielen anderen im Eisland und hat dort viele Freunde. Schneemänner gibt es in allen Formen und Größen. Sie tragen alle schneemannmäßige Kleidung wie einen Schal oder Knöpfe auf dem Bauch, haben trockene Äste oder Besen in der Hand. Das Besondere aber ist ihre Kopfbedeckung: Mützen, Zylinder, Eimer, sogar Blechdosen tragen einige.

Nun kommt eines Tages ein neuer Schneemann ins Eisland und der ist anders. Er kommt aus dem Norden, hat einen fremden Namen, außerdem seinen Hut verloren und ist darum ganz kahl. Ben hat Mitleid und leiht ihm seine Mütze. Nach einigen Tagen möchte Ben diese gern zurück, aber Dimitri, der Neue, weigert sich, die Mütze zurückzugeben. Mit der Hilfe von Alfred, einem weisen alten Schneemann, wird schließlich eine Lösung gefunden: alle werden ihre Mützen untereinander nun jeden Tag tauschen und so miteinander teilen.

„Ben der Schneemann … können wir nicht teilen“ ist die zweite Geschichte des Niederländers Guido van Genechten um den kleinen Schneemann. Während es im ersten darum ging, dass der kleine Wirbelwind Ben nicht stehen bleiben wollte und die Regeln der Erwachsenen gar zu unverständlich waren, geht es nun – wie der Titel schon sagt – um das Teilen.

Am Anfang der Geschichte mach Ben gleich alles richtig und teilt seine Mütze mit dem neuen Schneemann, um ihm zu helfen. Doch prompt folgt eine negative Erfahrung, denn der will die Mütze nicht wieder rausrücken. Aber auch das war verständlich. Dimitri ist von weit her gekommen und sowieso schon anders als die anderen Schneemänner. Er will sich anpassen, sein wie die anderen und darum braucht er die Mütze.

Wie so oft in solchen Situationen, wo beide Standpunkte verständlich sind, braucht es einen neuen Blick auf die Dinge. Diesen schafft ein dritter Schneemann mit seinem Vorschlag, alle sollten teilen. Das schafft Gemeinschaft, grenzt niemanden aus und fördert ein gutes Miteinander. Die kleine Geschichte um Ben den Schneemann, die zunächst ganz einfach scheint, ist also bei genauem Hinsehen doch viel mehr.

Und gezeichnet ist sie wunderschön. Die lustigen Bilder vermitteln gleich ein winterliches Gefühl und lassen den Spaß im Schnee aufleben. Auch die Schneemänner sind alle sehr individuell, sodass es auf den Seiten beim Vorlesen auch viel zu gucken gibt.

Hardcover I aracari Verlag I 978-3-905945-42-3 I 13,90 Euro

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{Verborgene Schätze} Dezember 2014

verborgene schaetze

Es ist noch dunkel draußen, während ich diese Zeilen tippe. Nicht einmal sieben zeigt die Uhr. Es ist Mitten im Dezember und darum Zeit für unsere kleinen Schätze, die Kristina und ich euch vorstellen wollen. Sie ist immer ganz schnell dabei und hat ein Buch nach dem anderen auf Lager. Ich muss zugeben, dass ich mich manchmal schwerer tue. Aber dieses Mal passt es, denn erst am Wochenende sagte mein Mann zu mir: Weißt du, ich finde es total schade, dass „The Life and Times of Scrooge“ von Tuomas Holopainen von allen so wenig gewürdigt wird. Denn das ist wohl eine der besten CDs, die ich kenne!“ Und da muss ich ihm zustimmen. Noch deutlicher könnte der Wink des Schicksals wohl nicht sein!

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{Spezial} „Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!“ von Thad Krasnesky & David Parkins

So kurz vor Weihnachten möchte ich mein Spezial nutzen, um euch den einen oder anderen tollen Titel unter den Kinderbüchern vorzustellen. Heute habe ich noch mal ein Bilderbuch, aber dieses Mal ist das Thema nicht so schwierig wie letzte Woche – im Gegenteil. Vor allem Erwachsene werden bei diesem Büchlein und vor allem seinen Bildern sicher herzhaft lachen können.

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ich mach was ich willLara ist drei Jahre alt und das Nesthäkchen der Familie. Sie ist auch ein wenig tollpatschig, und als sie eines Tages ein Glas Orangensaft nicht nur über den Tisch auskippt, sondern auch über Papas Hose, erwartet sie ein Donnerwetter. Papa wird richtig wütend, aber Mama schlichtet. Die Kleine ist doch erst drei Jahre alt, alles halb so schlimm. Der kleine Wirbelwind ist beruhigt und wirbelt gleich weiter. Lara treibt ihre großen Geschwister in den Wahnsinn, macht sich keine Gedanken, eignet sich alles an und vergisst dabei nie den zuckersüßen Augenaufschlag. Lara ist so putzig, drollig und liebenswert und lässt die Adern von Bruder, Schwester und Papa wahrlich schwellen – das kleine Schwesterchen in Reinform. Geschimpft wird sie hingegen kaum. Doch als das kleine Prinzesschen es einmal zu weit treibt und der brüderlichen Eidechse einen Bikini und einen Gang in die Badewanne beschert, ist das Ende der Fahnenstange erreicht und Lara muss erkennen: Aller Spaß hat einmal ein Ende.

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{Spezial} Abschied von Aika von Min-ki Kim & Mun-heeKwon + Bilderbuchgeschenktipps

Guten Morgen an diesem Donnerstag! Von der Theorie geht es nun zum Lesestoff. Ich möchte euch in der nächsten Zeit ein paar Kinderbücher im Besonderen vorstellen. Vielleicht ist ja auch das ein oder andere Weihnachtsgeschenk dabei. Den Anfang macht ein Bilderbuch, das – im Gegensatz zu den meisten anderen – ein sehr schwieriges Thema behandelt, nämlich das Sterben. Denn auch Kinder sind nicht davor gefeit, einen geliebten Menschen oder wie in der Geschichte von Min-ki Kim und Mun-heeKwon ein Haustier zu verlieren.

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abschied von aikaIm Leben scheint nicht immer nur die Sonne, an manchen Tagen regnet es auch und an manchen fällt sogar Schnee. Das ist der Lauf der Dinge. Und so gehören zum Leben und Lachen auch der Tod und das Traurigsein. Für Kinder ist dies wohl eines der schwersten Themen, doch vernachlässigen darf man es darum nicht.

„Abschied von Aika“ gehört zu den wenigen Bilderbüchern, die schon die Kleinsten sanft an dieses Thema heranführen. Die schneeweiße Hündin Aika bekommt jedes Jahr zuckersüße Welpen, über die sich ihre Besitzerin und Freundin – ein kleines Mädchen – immer sehr freut. Doch eines Tages fängt die trächtige Hündin an zu knurren. Bei der Geburt zeigt sich, dass etwas nicht stimmt. Aika hat große Schmerzen, und als der Tierarzt ihr am nächsten Tag eine Spritze geben will, läuft sie davon. Lange sucht das kleine Mädchen nach ihr, doch schließlich muss es hören, dass die schneeweiße Hündin auf ihrer Flucht von einem Auto überfahren wurde. Das kleine Mädchen muss nun Abschied von seiner Freundin nehmen.

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