{Rezension} Die unsterbliche Braut von Aimee Carter

unsterbliche-brautBuchdaten:

Aimee Carter
Die unsterbliche Braut

Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
Seiten: 286
ISBN: 978-3-86278479-0
Preis: 9,99 Euro

Leseprobe

Inhalt:

Klappentext: Unsterblichkeit hat sie erlangt, doch um ihre Liebe in der Unterwelt zu leben, muss sie lernen, zu kämpfen. Die Götter haben ihren Prinzen entführt. Nur wenn es Kate gelingt, Henrys Vergangenheit und Zukunft zu vereinen, kann sie ihn retten und sich selbst. Endlich hat Kate die Unsterblichkeit erlangt und steht kurz davor, zur Königin der Unterwelt gekrönt zu werden. Aber sie fühlt sich isoliert wie nie zuvor. Denn je größer ihre Liebe zu Henry wird, dem Herrscher dieser Welt, desto distanzierter gibt er sich. Da wird Henry mitten in der feierlichen Krönungszeremonie vom König der Titanen entführt. Nur Kate kann ihn aus den tiefsten Höhlen des Tartarus befreien. Doch um ihren Weg durch das Labyrinth zu finden, braucht sie die Hilfe ihrer größten Feindin: Persephone, Henrys erste Frau!

Rezension:

Ihr erster Sommer als Unsterbliche ist vorbei und Kate kehrt in die Unterwelt zurück, um ihrer Pflicht nachzukommen und sich von Henry zur Königin krönen zu lassen. Doch schon als sie eintrifft, ist klar, dass irgendetwas Schlimmes in den letzten Monaten geschehen sein muss. Das Wiedersehen mit Henry ist nicht das glückliche, das sie sich erhofft hatte, sondern ziemlich frostig und von Schrecken geprägt. Ihr frischgebackener Ehemann behandelt sie wie Luft, was Kate überhaupt nicht recht ist.

Bei der Krönungszeremonie kommt es dann zur Katastrophe. Kronos, einer der Titanen, ist gerade dabei, sich mit Calliopes Hilfe aus seiner jahrhundertealten Gefangenschaft zu befreien, und greift die Götter an. Henry und mit ihm die anderen vier Alten geraten in eine Falle und Kate steht nun vor der Aufgabe, die fünf zu befreien, bevor Kronos genug Macht gewinnt, um die Welt zu zerstören. Dummerweise muss sie sich hierbei auch auf die Hilfe von Schwester und Rivalin Persephone verlassen.

Nachdem ich im letzten Jahr „Das göttliche Mädchen“ mit sehr viel Spaß gelesen hatte, musste der zweite Teil natürlich in absehbarer Zeit her. Ich habe mir mit diesem Buch den letzten Sonntag „um die Ohren geschlagen“ – eher im positiven Sinn. „Die unsterbliche Braut“ war wie erwartet ein locker-leichtes Lesevergnügen für Zwischendurch – allerdings mal wieder nicht ohne Kritik.

Man könnte sagen, dieses Buch zu lesen, ist, wie sich eine Daily Soap anzugucken. Die brennendsten Fragen dieser Geschichte drehen sich eigentlich nicht um die Rettung der Welt vor Kronos, sondern darum, wer jetzt eigentlich mit wem hat oder will? Ob er/sie sie/ihn wirklich liebt oder nur so tut oder was? Und vergessen wir nicht den Zickenkrieg, denn der tobt in dieser Geschichte ganz besonders. Es geht also wieder um Liebe, Intrigen, Verrat und … naja gut, um die Rettung der Welt geht’s auch ein bisschen. ;)

Kate, die mir im ersten Teil sehr sympathisch war, verliert hier leider einiges von ihrem Reiz. Sie ist ziemlich naiv und erschien mir oft schon fast begriffsstutzig, was ab und zu wirklich anstrengend wurde. Bei einigen Stellen konnte ich vor allem ihre Frage nicht wirklich nachvollziehen. Da die Geschichte wieder aus der Ich-Perspektive geschrieben wurde, konnte man ziemlich genau verfolgen, was sie weiß und was nicht. Darum erschien es umso merkwürdiger, dass sie einige Dinge nachfragt, die sie wenige Seiten vorher schon mal gedacht hat.

Die anderen Figuren blieben leider ein wenig blass und die neumodischen Namen der Götter haben mich in diesem Teil ziemlich irritiert, was mir beim letzten nicht so ging. Dieses Mal dachte ich ständig, wie falsch das alles klingt. Ich denke, das lag vielleicht daran, dass im ersten Teil gar nicht so klar werden sollte, wer wen darstellt. Dieses Mal aber gab es ja kein Geheimnis mehr. Dennoch erschließt sich mir nicht, was diese Figuren mit jenen Göttern zu tun haben sollen. Vor allem Ares, der Kriegsgott: Er ist der Erste, der den Kampf ablehnt, weil man ja angeblich ohnehin keine Chance auf den Sieg hat … Versteh ich nicht!

So richtig viel kommuniziert haben die Figuren auch nicht miteinander, was sicherlich den Hauptkonflikt der Geschichte ausmacht. Wenn, dann ging es immer nur darum, Kates Minderwertigkeitskomplex zu beschwichtigen.

Lediglich Persephone kam in den Genuss, ein wenig mehr beschrieben zu werden, aber das lag sicher daran, dass sie endlich ihren ersten „persönlichen“ Auftritt hatte. Mir fiel es aber ein wenig schwer, sie richtig einschätzen zu können, da alles ständig von Kates eifersüchtigem Blick verklärt wurde.

Vor allem Ava und Henry, die im ersten Teil noch eine relativ große Rolle gespielt haben, sind meiner Meinung nach entscheidend zu kurz gekommen. Henrys Verhalten, welches zweifellos geheimnisvoll wirken soll (es aber nicht tut, weil wir ohnehin alle wissen, was er eigentlich will), bringt leider weder Spannung noch trägt es dazu bei, die Figur näher kennenzulernen, denn auch ihn dürfen wir nur durch Kates Augen betrachten, wenn sie ihre Minderwertigkeits-Tiraden abspult. Schade! Avas Rolle beschränkt sich leider darauf, Kate das Händchen zu halten und mit Persephone zu streiten. Hier darf dann auch mal herzlich gelacht werden. :)

Der Schreibstil der Autorin ist wieder lockerleicht, nicht wirklich anspruchsvoll. Die Wahl der Ich-Perspektive von Kate empfand ich besonders hier als ziemlich einengend und störend. Die Geschichte auch einmal durch die Augen anderer Figuren zu sehen, hätte der Dramatik sicherlich keinen Abbruch getan und die ganze Handlung vermutlich einfach ein bisschen logischer gemacht. Obwohl das Buch schon so nicht besonders dick ist, fehlt es leider erheblich an Handlung. Eigentlich kann man sogar sagen, dass mindestens die Hälfte der Geschichte lang nichts, aber wirklich gar nichts passiert. Darunter muss die Spannung zwangsläufig leiden. Und das führt uns wieder zur These vom Anfang: Dieses Buch ist eine Daily Soap, sehr unterhaltsam, aber nun mal inhaltslos. Quod erat demonstrandum. ;)

Fazit:

„Die sterbliche Braut“ ist ein nettes Buch für einen Sonntag und es liest sich wie eine Daily Soap. Leider fehlt einfach die Handlung, was natürlicherweise zu fehlender Spannung führt. Aber dafür kann man durch die locker geschriebenen „Selbstmitleidsversinkungen“ von Kate und den Zickenkrieg zwischen Ava und Persephone recht schnell durchrutschen. Der zweite Teil von Aimee Carters Goddess Test bietet anspruchsloses Lesevergnügen für Zwischendurch und ein paar nette Stunden, mehr aber leider nicht.

Bewertung:

zwei_sterne

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